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Niethosen in der DDR

El Pico, Shanty, Boxer, Wisent, Goldfuchs

"Jeans sind eine Einstellung und keine Hosen"

Ulrich Plenzdorf, Die neuen Leiden des jungen W.

Höchstwahrscheinlich hätten Levi Strauss und Jacob Davis sich niemals erträumen können wie unglaublich der Erfolg der 1872 herausgebrachten Niethose war. Durch die hohe Belastbarkeit wurde die Jeans in den USA sehr beliebt. Amerikanische Soldaten brachten die Hose nach dem zweiten Weltkrieg dann nach Deutschland. In den 1950er Jahren erlangte die Nietenhose in der Jugendszene große Beliebtheit als Ausdruck von Rebellion gegen die Elterngeneration und die Tradition.

Natürlich fand die Jeans auch in der DDR Anklang. Die DDR-Führung stand der Jeans allerdings äußerst kritisch gegenüber. Die Politik und das Gesundheitswesen warnte vor gesundheitlichen Schäden; vor den Einflüssen der ,"Amerikanischen Lebensweise" und den "Amateurgammlern".

Die 1950er und 1960er Jahre musste die Jeans möglichst eng sitzen. Um das hautenge Sitzen zu garantieren stiegen manche Jugendliche schon mal mit der Hose in die Badewanne.

Erste Tolerierung erfuhr die Jeans 1968, als die ersten Jugendmodeläden eröffneten. Zuerst wurden die aus Ungarn stammenden "Cottino-Hose" verkauft, später auch Levi's und Wrangler Jeans. In den 1970er Jahren wurde in Zuge der Hippiekultur die Schlaghose extrem populär. Die DDR-Führung zog mit, indem sie die ersten eigenen Jeans auf den Markt brachte. Die VEB Bekleidungswerke brachten 1974 die "Lößnitz 25", später umbenannt zur "El Pico". Weitere DDR-Jeans waren "Shanty", "Boxer", "Wisent" und "Goldfuchs".

Doch alle Bemühungen waren wirkungslos: Die DDR-Kopien konnten die Original Levi's 501 nicht das Wasser reichen. 1978 verkaufte die DDR-Spitze eine Million Levi's Jeans und beendete damit den Kampf gegen die Hose.

Quellen

DDR Museum

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